WGFT 2014 - Verein Eisenacher Gästeführer eV

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Weltgästeführertag 2014

Feuer und Flamme
so hieß das bundesweite Thema, unter dem der Weltgästeführertag 2014 stand. In der Reihe der Städte, die sich in Thüringen daran beteiligten, wie Erfurt, Weimar, Gera und Bad Salzungen durfte natürlich Eisenach nicht fehlen! Am Samstag, den 22. Februar 2014 ging es deshalb heiß her ab 13.30 Uhr auf dem Marktplatz in Eisenach.

Petrus war uns wohl gesonnen und machte die Scharte vom letzten Jahr wieder gut. Allerdings hielt das vorfrühlingshafte Wetter nicht ganz bin zum Schluss an, sodass wir es doch ein wenig bereuten, den Glühwein aus dem Angebot genommen zu haben. Sei´s drum - die Sonne strahlte und auch die Gästeführer, als sie die große Menge von Gästen auf dem Marktplatz sahen. Dank der Ankündigungen in der Tagespresse und unserem Plakate-Kleben fanden sich rund dreihundert an Feuer und Flamme Interessierte ein.
Auch die "Freiwillige Feuerwehr Eisenach Mitte" stand auf dem Marktplatz parat. Mit dem Ertönen des Martinshorns wurde der Weltgästeführertag (dem Thema entsprechend) eröffnet.
Heiko Nößler erhielt nach der Eröffnung durch Ina Conrad das Wort. «Es ist uns eine Freude, wenn wir auch einmal so für diese Stadt aktiv sein können - ganz ohne Feuerlöscher und Rettungseinsatz», freute sich Eisenachs Wehrführer, Heiko Nößler, der mit zwei Kollegen angerückt war. Als kleines Dankeschön für Ihren unermüdlichen Einsatz (sei es im Theater, einem Konzert oder dem Weihnachtsmarkt auf der Wartburg) spendierte unser Verein einen Kasten Bier, damit sie in einer geselligen Runde ihren Durst löschen können. Sie wachen z. B. über die Sicherheit einer Veranstaltung und sind oft sie die Letzten, die den Veranstaltungs- oder Unfallort verlassen.
Von Seiten der Stadt begrüßte die Sozial- und Kulturdezernetin, Frau Prof. Dr. Hegele, die Gäste und Stadtführer zum Thema passend in einem feuerroten Kleid. «Nicht jeder Brand muss immer gleich gelöscht werden. Besonders dann, wenn es um ein Brennen für die Kultur unserer Stadt geht», so ihre Worte.

Dann ging es los. In vier kleineren Gruppen führten Margit Stephan, Angela Motschmann, Renate Ridlewsky, Heiko Kleff und Thomas Illmer zu vier "feurigen" Stationen in der Innenstadt. Damit man sie auch gleich als feurige Stadtführer erkannte, trugen sie Feuerwehrhelme, die dankenswerterweise von der "Freiwilligen Feuerwehr Nazza" zur Verfügung gestellt wurden.

An einer Station der Führung wurde der großen Pulverexplosion am 1. September 1810 gedacht, die verheerende Auswirkungen hatte. Zum Gedenken an dieses Unglück wurde der "Schwarze Brunnen" aufgestellt und läuten noch heute jedes Jahr am 1.9. die Glocken der Georgenkirche. In wunderschönen Kostümen unterhielten sich "Zeitzeugen" über dieses Ereignis. Die Gästeführerinnen (vlnr): Sabine Wagner, Petra Heym  und Dietlinde Petarus wurden dabei von Rolf-Dieter Lang vom Schützenverein Eisenach unterstützt.

Julie von Bechtolsheim (Ina Conrad) entging nur knapp diesem Inferno. Sie geleitete die Gäste in "ihr" Palais (die heutige SWG) am Jakobsplan und trug aus einem herzzerreißenden selbstverfassten 40-strophigen Gedicht über den 1. September vor. Die Dichterin verlor an diesem Tag mit einem Schlag ihren ganzen Freundeskreis vom Literaturzirkel. Glück im Unglück: sie selbst war an diesem Tag unpässlich und blieb deshalb der Zusammenkunft fern.

Gleich vor dem Bechtolsheimschen Palais stand der Nachtwächter mit seinem Haken vor dem "feuerspeienden" Drachen, der auf dem Denkmal am Jakobsplan zu sehen ist. Michael Kellner von der Sommergewinnszunft berichtete über die Aufgaben der Nachtwächter im Mittelalter in puncto Brandschutz. So mussten sie im Sommer die Strohhaufen mit ihrer Pike durchstochern, damit sich diese nicht selbst entzünden oder im Winter die Stadtbrunnen von Eis freihalten. Große Stadtbrände erlebte Eisenach 1342, 1616 und 1636.

"Tante Frieda" (Christiane Tomaske), ebenfalls von der Sommergewinnszunft Eisenach hatte nicht nur die "Gusche am richtigen Fleck" sondern auch das Herz, was man deutlich sehen konnte. Im Creutznacher Haus, dem Übergangsdomizil des Lutherhauses hatte sie ihren Tisch aufgestellt. Neben dem traditionellen Blütendrehen stellte sie gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin, Barbara Zeitsch, u. a. das neue Programmheft des diesjährigen Sommergewinnumzuges vor. Auch am 29. März 2014 wird wieder der Winter in Gestalt einer Strohpuppe  Feuer und Flammen übergeben.

"Zeuge" eines modernen Rosenwunders konnte man vor der katholischen Elisabethkirche werden. Dabei wurde von "Adelinde von Hörselgau" (Cornelia Braun) und Helga Stange das Geheimnis des Schatzkästleins, welche die Heilige Elisabeth an der neuen Skulptur in der Hand hält, gelüftet und ein Bogen von früher zur Neuzeit geschlagen. Die beiden Gästeführerinnen waren für die heilige Elisabeth "Feuer und Flamme", wie diese seinerzeit für die Bedürftigen der Stadt. Es gab nicht nur ein Denkmal zum Be-Greifen, sondern auch eine Schokoladen-Elisabeth der Firma Rotstern zum Anbeißen, die von Martina Busse angeboten wurde.

Herzlichen Dank an alle, die vor und hinter den Kulissen mitgeholfen haben, dass der diesjährige Weltgästeführertag wieder ein schöner Erfolg geworden ist.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Andreas Wagner, Cornelia Hartleb und Helga Stange. Herzlichen Dank auch an unser ehemaliges Mitglied, Frau Marianne Rödiger, die uns als gestandene Feuerwehrfrau Informationen über die Chronik der Eisenacher Feuerwehr gegeben hat. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön an den CVJM Eisenach, der die Lautsprechertechnik zur Verfügung stellte.
 
Bach und Luther hatten zwar dieses Mal "Pause", aber zum Schluss ging es dann doch um Martin Luther. Genau gesagt um sein Denkmal, für dessen Restaurierung am Ende der Führung in der Luther-Socke (gestiftet vom Lutherhaus) gesammelt wurde. So mancher "Falttaler" kam da zum Vorschein. Insgesamt waren es 465,79 €. Der Betrag wird vom Verein auf 500 € aufgerundet. Der Spendenzweck wurde bereits vor etwas längerer Zeit beschlossen. In der Zwischenzeit besteht aber auch in der Georgenkirche Finanzbedarf für die neuen Fußbodenplatten. Da die Gästeführer nicht nur gern das Lutherdenkmal auf dem Karlsplatz zeigen und erklären, sondern auch die Georgenkirche, werden sie natürlich auch aus Vereinsmitteln und auf privater Ebene für die neuen Fußbodenplatten der Georgenkirche spenden.  Klarer Fall!
Helga Stange

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